Reformationsfeier-Gottesdienst

Wie jedes Jahr hatte die ev. Kirchengemeinde Auringen am 25.10.2020 zum Abendgottesdienst zur Reformation eingeladen, in dem Pfrn. Bea Ackermann als Katharina von Bora und Kirchenvorsteher Jürgen Ziegenbalg als Martin Luther als Predigt ein spannendes Gespräch miteinander über das Thema Taufe führten. Hierbei ging es vor allem um die Frage, ob der mündige Glaube Voraussetzung für die Taufe sei, wie es die sog. „Wiedertäufer“ forderten. Demgegenüber betonte Luther in dem Predigtgespräch, dass die ‚Taufe ein göttlich Ding sei‘, also ein Geschenk von Gottes Gnade, die man ohne Verdienst erlange und dies werde an der Säuglingstaufe besonders deutlich. Mit der Taufe bekomme man Anteil an der göttlichen Kraft, sich gegen zerstörerische Mächte zu wehren und seine Hoffnung nicht allein auf sich selbst zu setzen, sondern auf Gott. Dies habe ihm immer Lebensmut und Hoffnung auch in schweren Situationen gegeben, fasste Luther für sich zum Abschluss des Gesprächs die Bedeutung der Taufe zusammen.

Im anschließenden Gespräch beleuchteten Pfrn. Bea Ackermann und Kirchenvorsteher Jürgen die aktuelle Situation der Taufe. Auch wenn es einen enormen Rückgang in beiden Kirchen gäbe, so freue sie sich, dass es dennoch immer noch viele Eltern gäbe, die ihre Kinder taufen ließen, betonte Pfrn. Ackermann. Denn dadurch bekämen die Kinder die Möglichkeit, in den Glauben hineinzuwachsen und Gott als guten Freund kennenzulernen, dem sie Tag und Nacht ihre Sorgen und Ängste anvertrauen können und der sie ermutige und tröste. Der Glaube sei nichts Bedrohliches, sondern im Gegenteil Hilfe zum Leben, betonte sie weiter. Gegen das Argument vieler Eltern, dass die Kinder später einmal selbst entscheiden sollen, ob sie getauft werden wollen, wendete Kirchenvorsteher Jürgen Ziegenbalg kritisch ein, dass es zwar gut sei, Kinder zu entscheidungsfähigen Menschen zu erziehen, dass aber dennoch Eltern viele wichtige Entscheidungen in puncto Gesundheit, Ernährung und anderen Dingen, zunächst für die Kinder treffen müssten. Bei der Konfirmation könnten die Kinder dann ganz bewusst Ja zu ihrer Taufe sagen und auch später jederzeit aus der Kirche austreten, da sie ja keine Sekte sei. Pfrn. Ackermann drückte diese Tatsache mit einem schönen Bild aus: Gott strecke von Anbeginn des Lebens seine Hand hin und biete an, mit ihm als guten Freund gemeinsam durch das Leben zu geben. In der Taufe ergreifen Eltern und Paten stellvertretend diese Hand Gottes, bei der Konfirmation der Jugendliche selbst. Diese Hand bleibe ausgestreckt, auch wenn Menschen sich von ihr lösen. Man könne sie jederzeit neu ergreifen, das sei die Zusage der Taufe, betonte Pfrn. Ackermann abschließend im Predigtgespräch.

In diesem gut besuchten Gottesdienst wurde Katja Raddatz feierlich in die evangelische Kirche aufgenommen. Sie hatte sich ganz bewusst dafür entschieden, diese Entscheidung öffentlich in einem Gottesdienst zu bekennen. Ganz besonders wichtig war ihr dabei der Segen, den Pfrn. Ackermann ihr im Anschluss an das Bekenntnis spendete. Als Erinnerung bekam sie eine Urkunde und eine Kerze mit dem Bild der Gemeinde. Besonders gerührt war sie, dass ihr Ehemann als Überraschung mit Pfrn. Ackermann das Lied ‚Sei behütet‘ aufgenommen hatte, das im Gottesdienst dann abgespielt wurde.

Nach dem so gut besuchten Reformationsgottesdienst hofft die Gemeinde, dass auch die traditionelle und sehr beliebte Reformationsfeier am 31.10.2020 um 19 Uhr in der Mehrzweckhalle Auringen mit Texten und Bildern zum Thema „Augenblicke“ und den Nassauischen Blechbläsern, wie jedes Jahr, zahlreiche Besucher anzieht. (Anmeldung unter: 0612774271)

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